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Klima & Wetter

Island ist zwar nicht gerade eine klassische Bade- und Sonneninsel, doch so kalt, wie man zunächst aufgrund der nördlichen Lage vermuten könnte, ist es in Island nun auch wieder nicht. Islands Klima profitiert von den Ausläufern des Golfstroms, der vor allem an der Südküste entlang zieht. So sind die Winter eher mild, die Sommer aber verhältnismäßig kühl. Aufgrund der nördlichen Lage, schließlich verläuft der Polarkreis nur wenige Kilometer nördlich der Insel, geht in den Sommermonaten die Sonne nur für wenige Stunden unter. Die Sonneneinstrahlung im Sommer ist sehr stark; einen Sonnenbrand bekommt man in Island auch ohne Sonnenschein recht schnell.

Leider scheint die Sonne natürlich auch in Island nicht immer. Allerdings sind die so genannten Island-Tiefs, die auf unseren Wetterkarten immer das schlechte Wetter vom Nordatlantik nach Mitteleuropa bringen, in Island weniger spektakulär. Im Hochsommer regnet es zum Beispiel im Raum Reykjavík nur an etwa zehn Tagen im Monat; die Sonne scheint im Juli durchschnittlich sieben Stunden pro Tag. Die Temperaturen im Juli liegen in Reykjavík im Durchschnitt bei 10,6 °C. Sommertage um die 20 °C kommen im Hochsommer ab und zu vor, sind aber eher selten. Die Temperaturen im Hochland, im Regen- und Windschatten der großen Gletscher, können zum Teil sehr stark von den übrigen Landesteilen abweichen. 25 °C kann man dort einem sonnigen Nachmittag durchaus messen. Wobei es dann auch gleich unerträglich werden kann. Schließlich gibt es keine Bäume, die Schatten spenden, und die Steinwüste heizt sich gut auf.

Charakteristisch für das isländische Wetter ist die Zweiteilung. Wenn es im Süden regnet, ist es im Norden meist trocken und schön. Aufgrund der atlantischen Strömungen und der Hauptwindrichtung aus Südsüdwest ist der Süden regenreicher. Sollte der Wind jedoch aus nördlicher Richtung blasen, führt dies meist zu Temperaturen um den Gefrierpunkt. Durch den Windschatten der Gletscher bleibt dann der Süden von heftigen Niederschlägen verschont. In Island regnet es durchschnittlich an 174 Tagen im Jahr. Tagelanger Regen ist dagegen (mit Ausnahme von Südisland) zum Glück eher selten. Die atlantischen Tiefausläufer sorgen meist für einen schnellen Wetterwechsel. Subjektiv kam es mir immer so vor, als würde es öfters am Morgen regnen, während es dann gegen Nachmittag aufklart. Also sind das ideale Voraussetzungen für Langschläfer!

 
Temperaturen und Niederschlag in Island:


Reykjavík
Akureyri
Temperatur (°C)
Januar
Juli
Jahresdurch­schnitt
Januar
Juli
Jahresdurch­schnitt
Durch­schnitt
-0,5
10.6
4,3
-2,2
10,5
3,2
Max.
9,9
24,3
24,3
13,0
27,6
29,4
Min.
-19,7
1,4
-19,7
-21,6
1,3
-23,0
Nieder­schlag (mm)
76
52
799
55
33
490
Quelle: Statistisches Jahrbuch Island, Zeitraum 1961-1990.

 

Die höchste bisher gemessene Temperatur betrug 30,5 °Celsius. Das absolute Minimum betrug minus 38 °Celsius. Die höchste Windgeschwindigkeit bei einem Sturm betrug im Mittel 190 km/h, in Böen wurden aber auch 250 km/h gemessen.

 

Sonnenauf- und ‑untergang im Jahr 2006:



Reykjavík
Akureyri
Tag
Sonnen-
aufgang
Sonnen-
untergang
Sonnen-
aufgang
Sonnen-
untergang
1.1.
11 Uhr 19
15 Uhr 44
11 Uhr 32
14 Uhr 59
5.2.
09 Uhr 56
17 Uhr 29
09 Uhr 52
17 Uhr 02
5.3
08 Uhr 22
18 Uhr 58
08 Uhr 10
18 Uhr 40
2.4
06 Uhr 43
20 Uhr 22
06 Uhr 24
20 Uhr 10
7.5.
04 Uhr 40
22 Uhr 11
04 Uhr 10
22 Uhr 11
4.6.
03 Uhr 15
23 Uhr 39
02 Uhr 22
00 Uhr 03
21.6.
02 Uhr 54
00 Uhr 05
01 Uhr 24
01 Uhr 04
2.7.
03 Uhr 07
23 Uhr 55
02 Uhr 01
00 Uhr 29
6.8.
04 Uhr 50
22 Uhr 15
04 Uhr 19
22 Uhr 14
3.9.
06 Uhr 15
20 Uhr 37
05 Uhr 54
20 Uhr 27
1.10.
07 Uhr 36
18 Uhr 58
07 Uhr 22
18 Uhr 41
5.11.
09 Uhr 23
16 Uhr 59
09 Uhr 19
16 Uhr 32
3.12.
10 Uhr 50
15 Uhr 44
10 Uhr 59
15 Uhr 05
21.12.
11 Uhr 21
15 Uhr 30
11 Uhr 38
14 Uhr 44


Eine Wettervorhersage in englischer Sprache bekommt man telefonisch unter & 9020600 (nach der Ansage dann die 44 wählen).

 

Der Wind

 

Gegen vieles kann man sich auf seiner Radtour durch Island schützen, gegen Regen, Mücken oder Kälte. Doch gegen den Wind ist im wahrsten Sinne in Island kein Kraut gewachsen. Windstill ist es äußerst selten, meist zieht ein mäßig bis starker Wind übers Land, der stets im Wetterbericht genannt wird. Eine Hauptwindrichtung gibt es nicht, auch wenn aufgrund des Golfstroms die Südküste eher von Süd- und Westwinden heimgesucht wird. Egal woher der Wind weht, kalt ist er ohnehin. Eigentlich keine guten Voraussetzungen für eine Fahrradtour. Der permanent starke Wind kann sogar einen strahlenden Sommer-Sonnentag mit 15 °C zu einer Tort(o)ur werden lassen (wenn man nur in die falsche Richtung fährt). Von der Windrichtung ist natürlich auch die Staubfahne der Autofahrer abhängig.

Stürmisch ist es nicht immer. Stürme werden extra angekündigt. Sturm, das bedeutet: alles festhalten! Stürmig ist es, wenn Wasserfälle waagerecht fallen und die Vögel rückwärts fliegen. An Fahrrad fahren ist meist nicht mehr zu denken. Gegen einen Wind mit 140 km/h anzukämpfen ist aussichtslos. Teilweise können die Winde so stark werden, dass selbst bepackte Fahrräder vom Winde verweht werden. Windschutz darf man nicht erwarten. Ab einer bestimmten Geschwindigkeit fegt es um jede Ecke. Die Windgeschwindigkeit wird in Island übrigens in m/s gemessen, um auf km/h zu kommen, muss man die Zahl, also zum Beispiel 10 m/s, mal 3,6 nehmen, dann erhält man 36 km/h.

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